Hauptsache gesund, Mann!

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Hauptsache gesund, Mann!

Teil 1: Körperliche Aspekte

Wie oft hört man diesen Spruch. Und wie oft sagen wir das selbst: „Hauptsache gesund!“ Und dies möglichst lang. Doch was ist Gesundheit? Bin ich gesund, wenn ich auf Herz und Nieren durchgecheckt wurde und kein auffälliger Befund festzustellen war? 

Uns ist allen bekannt, dass die Seele, die sich der Anatomie entzieht, eine ebenso gesundheitsrelevante Rolle spielt. In Psalm 7,10 heißt es, dass Gott Herzen und Nieren prüft: Dabei stehen diese für den inneren Menschen, die Seele, und sie sind mindestens genauso wichtig für unser Wohlbefinden wie unsere körperliche Unversehrtheit, was sogar die WHO (World Health Organization) anerkennt: „Gesundheit ist ein Zustand vollständigen physischen, geistigen und sozialen Wohlbefindens, der sich nicht nur durch die Abwesenheit von Krankheit oder Behinderung auszeichnet“.

Jeder kann vorbeugen

Wie sehr beeinträchtigt uns schon ein kleiner Infekt oder eine Bagatellverletzung. So wenig wir körperliche Gesundheit buchen können, so sehr können wir einiges in unserem Lebensstil vorbeugend managen, um Krankheiten zu vermeiden. Wir leben in einer Gesellschaft der Extreme, und gerade Männer neigen dazu, in einer Richtung aus dem Gleichgewicht zu geraten – sei es körperlich oder seelisch. Da ist zum einen der rastlose Workaholic, der rund um die Uhr in seiner Arbeit aufgeht, bis ein Herzinfarkt ihn zur Zwangsruhe bringt. Oder der ehrgeizige 60-Jährige, der angesichts der abnehmenden Lebensspanne noch meint, an einem Triathlon teilnehmen zu müssen. Und der rundliche Ehemann, der sich keiner Kalorie verweigert und dessen Lieblingssport die TV-Fernbedienung ist. Und nicht zuletzt der bodybesessene junge Mann, der sein Leben ganz nach seiner Figur und Fitness ausrichtet. Es scheint schwerer denn je, ein gesundes Gleichgewicht zwischen Ruhe und Bewegung sowie Essen und Fasten zu halten.

Ernährungstipps

Haupt-Todesursache in unserer Zivilisation sind Herz- und Kreislauferkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Die Hauptrisikofaktoren dafür sind hoher Blutdruck, Diabetes, Cholesterin, Rauchen, Stress und Bewegungsmangel. Was kann man als Mann also konkret tun?

Auf gesunde Ernährung achten, Obst und Gemüse fünfmal am Tag essen, dazu möglichst naturbelassene Produkte/Vollkornprodukte. Das Herz-Kreislaufrisiko lässt sich durch ausgewogene Ernährung, z. B. Lycopine in Tomaten, Isoflavinoide in schwarzer Schokolade, Rotwein ein Glas/Tag (Reservatrol) nachweislich senken. Darüber hinaus weniger versteckte tierische Fette in Sahne, Butter, Wurst, Käse, Süßigkeiten verzehren und dafür mehr gesunde Fette wie Oliven-/Raps-/Lein-/Walnuss-Öle sowie Meeresfisch (Omega-3-Fettsäuren) konsumieren. Extreme wie nur Fast Food oder auch nur Rohkost sollten vermieden werden. Wie neue Studien zeigen, ist ein Fastentag pro Woche lebensverlängernd und senkt das Risiko für hohen Blutdruck, Diabetes sowie Herz- und Kreislauferkrankungen. Jesus empfahl Fasten für seine Jünger schon vor 2000 Jahren, um vor allem seelisch gesund zu werden.

Bewegung und Ruhe

Mindestens dreimal pro Woche 30 Minuten Ausdauersport (Laufen, Walken, Radfahren, Schwimmen) gilt als beste Vorbeugung der oben genannten Erkrankungen und hat gleichzeitig einen unmittelbaren Effekt auf geistige Fähigkeiten und seelische Ausgeglichenheit. Ausdauersport wirkt schneller als jedes moderne Antidepressivum. Es kommt zur Ausschüttung von Glückshormonen (Endorphine), die Adrenalinausschüttung (Stresshormon) wird gebremst. Von Extremen wie Bewegungsstress bis hin zum Triathlon ist jedoch abzuraten.

Alle, die im Dreieck ihres Freizeits- und Berufsstresses springen, würde ich am liebsten regelmäßige Ruhezeiten neben ausreichender Schlafzeit „verschreiben“: Als Orientierung empfehle ich: täglich eine Stunde, jede Woche ein freier Tag (der Sabbat kommt nicht von ungefähr), alle 3 bis 4 Monate bei starker Arbeitsbelastung zwei freie Wochen. Das Extrem, sich vom randvollen Terminkalender versklaven zu lassen, ist ebenso zu beachten wie die gegenteilige Tendenz, nur noch für die Freizeit zu leben und sich „zu Tode auszuruhen“.

Halten Sie einen Moment inne und ordnen Sie sich bei den genannten Punkten ehrlich ein – ein lohnenswerter Selbstcheck! So zielstrebig wie wir in bestimmten Lebensbereichen sind, sollten wir auch mit unserer Gesundheit umgehen. Das bedeutet, nicht nur betroffen zu nicken, sondern unser Leben in die eine oder andere Richtung dauerhaft zu verändern. Viel Spaß und Erfolg dabei – es lohnt sich!

Teil 2: Seelische Aspekte

Was ist mit der Seele? Sie bleibt in unserer Gesellschaft immer häufiger auf der Strecke. Die Zahl der Burn-outs und Depressionen steigt dramatisch. Ganzheitlich leben setzt voraus, dass wir unser Leben „dreidimensional“ leben, also im Einklang mit Gott, unserem Nächsten und uns selbst.

Der Schöpfer hat die Gebrauchsanweisung für unser Leben. Interessant ist, welche Diagnosen Gott stellt: Jesus redet in Lukas 9,25 davon, was der Seele schadet, und in Matthäus 4,4 sagt er: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes kommt.“ Leben wir nicht mehr denn je in einer Zeit, in der wir alles Materielle in immer größerer Fülle besitzen und gleichzeitig innerlich verdursten, ja ausbrennen – und dabei Schaden an unserer Seele nehmen?

Das Vakuum füllen

Der berühmte Wissenschaftler und Christ Blaise Pascal schreibt: “Im Herzen eines jeden Menschen befindet sich ein von Gott geschaffenes Vakuum, das durch nichts Erschaffenes erfüllt werden kann als allein durch Gott, den Schöpfer, so wie er sich in Christus offenbart.” In Lukas 9,23-24 lädt Jesus ein, ihm nachzufolgen und sein Leben an ihn zu verlieren, um es zu gewinnen. Nachhaltige Selbstverwirklichung und damit auch Gesundheit kann nur gelingen, wenn wir Jesus erlauben, das Vakuum unseres Herzens ihm zu überlassen und ehrlich beten: „Herr, lass dein Reich und deinen Willen in mir und durch mich geschehen wie im Himmel.“ Jesus gibt uns einen beschützenden Frieden, der zwar nicht alle Umstände gleich verändert, aber vor seelischem Schaden bewahrt. Wir erfahren Selbstannahme statt Ablehnung, weil Gott uns angenommen hat.

Einmal kam ein Patient mit typischem Burn-out, sich und andere ständig überfordernd, zu mir. Im Gespräch zeigte sich eine tiefe Unsicherheit mit Selbstablehnung, da er als Baby hätte abgetrieben werden sollen und dies bis heute nicht verarbeitet hat. Durch Druck nach innen und außen versuchte er dies ständig zu kompensieren. Ich betete für ihn, und er erlebte unter Tränen zum ersten Mal ein tiefes Angenommensein von unserem Vater im Himmel. Ablehnung ist eine nicht zu unterschätzende Quelle für viele seelische und körperliche Störungen.

Wirksame innere Medizin

„Unser tägliches Brot gib uns heute!“, beten wir im Vaterunser. Dies umfasst nicht nur das Brot für den Körper, es ist das Brot des Lebens, das unser innerer Mensch braucht. Daher erhalten meine Patienten eine Bibel als Einstiegsgeschenk: echte innere Medizin, die da weitermacht, wo meine aufhört – jeden Tag ein kleiner Abschnitt als Nahrung für den inneren Menschen und damit auch für den äußeren. Wie oft kommen Patienten mit Magenbeschwerden, weil ihnen etwas im Magen liegt, ohne dass ein größerer organischer Schaden da ist? Die Bitte um das „tägliche Brot“ heißt auch, Sorgen abzugeben, weil Jesus für mich täglich sorgt. Das fällt uns Männern schwer, da wir gerne alles selber unter Kontrolle halten wollen. Das genaue Gegenteil bewirkt Wunder: Loslassen und dann erleben, dass für mich gesorgt wird.

“Boot” tut gut

Weiter beten wir: „Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.“ Aus Studien wissen wir, dass mangelnde Vergebung und Bitterkeit krank machen, und so mancher hat es selber erlebt. Als Männer haben wir unseren Stolz und haben gerne Recht – vor allem, wenn wir wirklich im Recht sind …  Aber Vergeben ist notwendig, um gesund zu bleiben. Sonst werden wir innerlich krank, dann auch körperlich. 

Jeder weiß um die Wichtigkeit der Reset-Taste an seinem PC – „boot“ tut gut!  Bei einem meiner Patienten stellte sich als Ursache für seine Magengeschwüre eine schwere Ehekrise heraus. Neben medizinischen Maßnahmen riet ich dem Patienten, für seine Frau zu beten, sie zu segnen und ihr zu vergeben. Einige Tage später kam er völlig verändert wieder, nicht in erster Linie wegen der gebesserten Magenprobleme, sondern weil er sehr berührt davon war, wie Gott seine Situation verändert hatte. Er gebrauchte sogar das Wort „Ehefrühling“.

Auch wenn wir als Männer nur sehr ungern abhängig sind, kennt unser Schöpfer die eigentlichen Voraussetzungen für innere und äußere Gesundheit am besten. Dazu gehört in jedem Fall die Gemeinschaft mit Gott. Auch wenn uns hier keine Gesundheitsgarantie gegeben wird, haben wir durch den Glauben an Jesus die beste Überlebensversicherung. Paulus sagt in Römer 6,23: „Gottes Geschenk ist das ewige Leben in Jesus Christus, unserem Herrn.“ Das ist viel mehr als Gesundheit – wenn das nicht ganzheitlich ist!

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