„Mir gefällt meine Frau nicht mehr…“

Federico Marsicano/shutterstock.com

„Mir gefällt meine Frau nicht mehr…“

„Ich bin seit kurzem verheiratet und stecke in einer Ehekrise: Ich finde meine Frau unattraktiv. Vor der Heirat war ich etwa zwei Jahre mit ihr zusammen, und die erste Zeit fand ich sie total sexy. Langsam aber sicher hat das nachgelassen. – Was soll ich tun? Haben Sie vielleicht einen biblischen Rat für mich?“

Es ist selten der Fall, dass die anfängliche Begeisterung anhält. Je länger wir einen Menschen kennen, desto mehr stoßen wir auf Wesensmerkmale, die wir bisher nicht wahrnahmen. Manche davon lernen wir schätzen; andere dagegen mögen wir gar nicht. Unser Gegenüber hat uns sicher nicht absichtlich getäuscht. Das Zusammensein bringt neue Schätze, manchmal leider auch Enttäuschungen ans Licht. Dies trifft für die gesamte Zeit in der Ehe zu, insbesondere aber für die ersten Monate und Jahre, wo zunächst einmal alles neu und unvertraut ist.

Sie fanden Ihre Frau total sexy und waren von ihr begeistert. Was hat sich geändert? Ist sie inzwischen desinteressiert an Zärtlichkeiten? Oder plump? Oder haben Ihre Erwartungen an Ihre Frau und Ihre Ehe in einem Maße zugenommen, dem sie (noch) nicht gerecht werden kann?

Menschen können „geweckt“ werden. „Wecke die Liebe nicht …“ heißt es dreimal im Hohenlied (2,7; 3,5; 8,4). Der Zeitpunkt, sie zu wecken und ihr zum Wachstum zu verhelfen, ist in Ihrer Ehe gekommen. Die Liebes- und Hingabefähigkeit kann geübt und ausgebaut werden. Wenn jemand aufgrund seiner Unerfahrenheit den Erwartungen des Partners hilflos oder ablehnend gegenüber steht, kann er/sie durchaus zu jemandem werden, der viel sexuelles Interesse entwickelt und von selbst die Initiative ergreift.

Was würde Sie bei Ihrer Frau „anmachen“? Soll sie erotische Dessous tragen? Oder das Parfüm wechseln? Soll die Kleidung körperbetonter sein?

Wenn Sie über solche Dinge miteinander sprechen, sollte dies ohne Vorwurf geschehen. Ihre Frau hat nicht versagt, und Sie auch nicht. Die Anpassungsvorgänge an die gegenseitigen Wünsche und Vorstellungen sind in vollem Gange; aber Sie beide befinden sich ziemlich am Anfang und bedürfen immer wieder des Austauschs, der Bestätigung etc. Lernen Sie miteinander, ein tolles Liebespaar zu werden! Die Lektüre des oben erwähnten Hohenliedes Salomos lohnt sich. Man darf über den Reiz bestimmter Körperregionen und über Liebkosungen reden – und man darf sie auch ausführen.

Wie ist es mit der Kommunikation bei Ihnen beiden bestellt? Verstehen Sie, was Ihre Frau ausdrücken will? Und versteht Ihre Frau Sie? Manche Paare machen sich Harmonie vor, obwohl es Defizite im Austausch gibt. Eine gut geführte Kommunikation führt zu Verstehen, Akzeptanz und Wertschätzung. Man findet nicht immer sofort auf alle Fragen die passenden Antworten; aber sie können sich entwickeln, wenn man dran bleibt.

Vergessen Sie nicht, für Ihre Frau und Ihre Ehe zu beten! Wenn sich hier auf Erden etwas zum Guten wendet, sind die Weichen dafür im Himmel gestellt worden.

 

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