Eine Frau wirklich lieben

© klimkin / pixabay.com

Eine Frau wirklich lieben

Seit vierzehn Jahren, in denen ich mit Eva zusammen bin, darf ich an der Seite meiner Frau immer wieder darin wachsen, ihr der Liebhaber zu sein, den sie verdient hat. Viele Jahre beging ich immer wieder den Fehler, das „Mysterium Frau“ entschlüsseln zu wollen. Sie können sich denken, dass dies zu Frust auf beiden Seiten führte. Denn die Frau ist keine Nuss, die es zu knacken gilt und kein Problem, das wir lösen müssen. Sie ist ein Geheimnis, das bewundert werden will! Habe ich das Zeug dazu, mit diesem geheimnisvollen Wesen richtig umzugehen? In diesem Punkt bin ich regelmäßig herausgefordert.

Geben statt nehmen 

Gott hat so viel Schönheit in die Frau hineingelegt. Damit meine ich nicht nur ihren Körper, sondern ihr ganzes Wesen. Viele Männer haben aber folgendes Problem: Sie suchen ihre Bestätigung als Mann bei einer Frau; sie erwarten, durch die Frau Stärke zu bekommen. Wie wollen Sie aber einer Frau Ihre Stärke anbieten, wenn Sie diese von ihr erwarten? Bei der Liebe geht es um Geben. Lieben Sie wirklich Ihre Partnerin, oder lieben Sie das Gefühl, das sie Ihnen gibt, wenn Sie mit ihr zusammen sind? Viele von uns leben ihre Beziehung nicht als Liebhaber, sondern als Konsumenten, die ihre Frau dazu benutzen, sich als Mann bestätigen zu lassen.

Ich wage es, so frech und direkt zu schreiben. Nicht dass ich mir einbilde, in diesem Punkt am Ziel zu sein, von dem aus ich anderen sagen dürfte, wie es geht – sondern weil ich ein Mann bin, der auf dem Weg ist und andere Männer ermutigen will, ebenfalls diesen Weg weiter zu gehen.

Vom Konsumenten zum Liebhaber 

Es gibt einen Punkt bei meiner Frau, mit dem ich immer wieder große Probleme habe. Ich habe zwar für sie gebetet, aber mein Blick auf ihre Schwäche war eher unbarmherzig und verständnislos, und mein Fokus war mehr auf meinem Leid, das durch ihr Verhalten ausgelöst wurde, als auf ihrem Leid, das sie selbst durch diese Last durchmachte.

Vor kurzem wurde mir bewusst, dass ich im Umgang mit diesem Punkt nicht auf dem Weg des Liebhabers, sondern eher auf dem des Konsumenten war. Also begann ich, regelmäßig für Eva zu beten. Gleichzeitig strecke ich mich danach aus, barmherziger zu werden – meiner Frau und anderen gegenüber. Und siehe da – an dem Punkt, unter dem meine Frau (und ich mit ihr) litt, begann sich etwas zu verändern. In den letzten Wochen erlebte ich Durchbrüche bei ihr, von denen ich fast nicht mehr zu träumen gewagt hätte. Ja, ich profitiere auch davon. Aber in mir war die Wende, den Fokus auf sie und meine Liebe zu ihr, anstatt auf mich und meinen Schmerz zu richten.

Männer, lasst uns immer mehr vom Konsumenten zum Liebhaber werden, der seiner Frau auch nach vielen Jahren noch den Hof macht und sie als Prinzessin behandelt, statt sie als Objekt der eigenen Bestätigung zu benutzen.

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei