Wow – eine Frau!

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Wow – eine Frau!

Was hat Gott sich nur dabei gedacht, als er die Menschheit in zwei Geschlechtern, als Mann und Frau machte? Hätte er uns nicht viele Probleme ersparen können, wenn er es bei einer Sorte Mensch belassen hätte? Keine Missverständnisse mehr, keine Partnerschaftsbücher oder Therapien mehr nötig, keine Frauenhäuser, geschweige denn „Freudenhäuser“ … Das Problem mit der Fortpflanzung hätte sich doch sicher auch irgendwie anders lösen lassen können!

Ich staune, wie tief Gottes Gedanken gehen. Seine Konzeption der beiden Geschlechter war eigentlich als Quelle von Gemeinschaft und Ergänzung gedacht, wie der Bericht von Adam und Eva zeigt. Als der erste Mensch fertig gestellt war, ist es Gott, der sagt: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist“. Und baut als nächstes keinen guten Freund oder einen Sohn, sondern eine Frau als seine „passende Gefährtin“ oder „hilfreiches Gegenüber“, wie wir auf den ersten Seiten der Bibel nachlesen können. 

Adams Begeisterung über die Frau

Ist Ihnen einmal aufgefallen, wie der erste Mann auf die erste Frau reagiert hat? Sah er in ihr eine Bedrohung erwachsen, vor der er sich in Acht nehmen musste, um sich nicht die Butter vom Brot nehmen zu lassen? War er von ihr derart visuell angezogen, dass sich als erstes sein Körperteil unterhalb des Bauchnabels meldete und er mit ihr hinter den nächsten Busch wollte? Hat er sie überhaupt als seinesgleichen (an-)erkannt, oder sah er in ihr ein Objekt, das seine Harmonie mit dem Schöpfer über ihm und den Tieren unter ihm störte, bestenfalls verwendbar als Mutter für seine Kinder?

Nein, Adam reagiert völlig begeistert: „Endlich jemand wie ich!“ (1 Mose 2,23). Der hebräische Originaltext verrät, dass er hier sogar in Poesie ausbricht. Das erste kleine Stückchen Lyrik in der Bibel ist der Jubelruf eines Mannes über die Frau! Adam steht nicht in der Ecke herum und wartet ab, was das wohl wird – nach dem Motto: „Soll sie doch den ersten Schritt machen!“, sondern erkennt sein Glück und geht auf die Frau zu. Er freut sich über sie und nimmt sie an.

Er erkennt in der Frau das Gegenüber, das Gott angekündigt hatte. Was er in den Tieren nicht finden konnte – auch nicht in den Hunden oder Pferden oder Katzen –, sieht er auf Anhieb in ihr: „Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch“ (so übersetzt es Luther), was soviel bedeutet wie: „Wir sind verwandt, wir sind aus dem gleichen Holz geschnitzt“. Hier ist nichts zu spüren von der Fremdheit, mit der sich Männer und Frauen heute oft gegenüber stehen. Kein „Von welchem Stern kommt die denn?“ oder „Männer und Frauen passen einfach nicht zueinander“.

Die Konsequenz

Adam zieht eine bemerkenswerte Konsequenz: „Wir sind aus dem gleichen Stoff – also gehören wir zusammen!“ So umschreibt die Hoffnung-für-alle-Bibel treffend, was sich in der klassischen Lutherübersetzung so anhört: „Man wird sie Männin nennen, weil sie vom Manne genommen ist.“ (zweite Vershälfte von 1 Mose 2,23) Im Hebräischen findet sich hier ein kleines Wortspiel, denn die normalen Ausdrücke für „Frau“ und „Mann“ sind fast identisch (ähnlich wie im Englischen „man“ und „woman“). In seiner typischen sachlichen Distanz zu seiner Umwelt benennt er die Frau, wie er es auch mit den Tieren getan hatte. Doch in diesem ersten Namen „Frau“ zeigt er schon, dass dieses neue Wesen auf einer Stufe mit ihm steht und zu ihm gehört. 

Ich wünsche uns, dass wir uns als Männer und Frauen so sehen können: als willkommene Ergänzung. Gott machte dem Adam die Eva, damit beide gemeinsam die Aufgaben in dieser Welt bewältigen konnten. Mann und Frau sollen aneinander Ergänzung, Nähe und Trost finden – auch heute.

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