Gottes Wille bringt inneren Frieden

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Gottes Wille bringt inneren Frieden

„Mir geschehe, wie du es gesagt hast.“ – Eine folgenschwere Aussage, die Maria da bei Lukas tätigt (LK 1,38). Mit ihrem ganzen Leben und mit allen, auch den äußerst schmerzhaften, Konsequenzen wird sie total verfügbar für Gott.

Wie können wir Männer heute Gottes Willen erfüllen? Gibt es dazu Anleitungen oder Hilfestellungen, und wenn ja, wie sehen die aus? Die authentischsten Kriterien für den gelebten Willen Gottes sind der wachsende innere Friede, die damit verbundene „tranquillitas animi“ (unerschütterliche Seelenruhe) und eine tiefe, anhaltende Freude.

„F“ – wie froh

Biblische Freude ist mehr als gute Laune oder gelungene Witze. Wer den Mut hat, glücklich zu sein, ist ganz bei sich zuhause. Er schielt nicht ständig zu den anderen, sondern erteilt Neid und Konkurrenzdenken eine Absage. Er schöpft seine Kraft aus dem dankbaren Leben im Augenblick. Deshalb widerstehen reife Männer der Versuchung, sich von Vorwürfen von außen unbegründet ein schlechtes Gewissen einreden zu lassen. Sie leben in ungetrübter Freude und finden immer neue Kraft im Glauben.

„R“ – wie riskant

Mit Gott zu gehen ist ein echtes Abenteuer. Letztlich werfen wir, wie Maria, unser ganzes Leben in die Waagschale. Ohne zu wissen, was passieren wird, vertrauen wir darauf, dass Gott uns auch weiterhin gut und seinem geheimnisvollen Willen gemäß führen wird. Dieses Loslassen ist ein großes Thema im Glaubensleben. Es kann gerade in der adventlichen Bußzeit mit passenden Fastenübungen praktiziert werden, die unsere Entschlusskraft stärken.

„I“ – wie innig

Gottes Wille ist nichts Abstraktes außerhalb von uns selbst. Seine Nähe können wir in uns erfahren, wenn wir mit unseren Emotionen, Absichten, Niederlagen, Erfolgen und Träumen behutsam umgehen, wenn wir sie wahrnehmen, ansprechen, aufschreiben und zulassen. In unsere Lebensgeschichte hinein spricht Gott leise zu uns, wie einst zu den Propheten und zu Maria. Es ist sinnvoll, sich mit klugen Menschen über unser Innenleben im „forum internum“, das heißt in vertrauter Atmosphäre, auszutauschen.

„E“ – wie erreichbar

Gottes Wille ist konkret und mit Sicherheit erreichbar. Alles andere ist Unfug! Gott mutet uns Männern zwar das Unmögliche zu, aber er überfordert uns nicht, setzt uns nicht unter Druck. Es sind vor allem die alltäglichen, auch lästigen Kleinigkeiten, in denen uns der Wille Gottes begegnet. Adventliche Achtsamkeit ist jetzt gefragt. Durch sie nehmen wir das Gegenwärtige mit großer Aufmerksamkeit wahr. So gehen wir sorgfältig mit unseren Ressourcen um und messen unser Tun am Wohlergehen unserer Nächsten – und das sind sehr oft unsere Frauen und Kinder.

„D“ – wie demütig

Maria nennt sich „Magd des Herrn“. Und alle, die Ihm nachfolgen, werden, wie sie, zu wahren, mutigen Dienern des Lebens, zu Freunden der Menschen. Sie machen sich nützlich und sind dort, wo sie gerade gebraucht werden. Es ist unmöglich, Gott zu lieben, ohne dem eigenen Nächsten ein hilfreicher Begleiter zu sein. Gott führt in die Tiefe, er erdet den Menschen, schenkt ihm Wurzeln und Bodenhaftung. Das gilt auch und gerade für Männer in hohen Positionen.

„E“ – wie einmalig

Gottes Willen zu tun ist etwas Wunderbares. Er trifft mich in meiner Identität, er ruft mich beim Namen, er spricht mir mitten ins Herz, er bringt das Allerbeste in mir hervor. Wer seinen Willen tut, entfaltet seine Einmaligkeit als Ebenbild und Sohn Gottes. Gott geht unsere individuellen Biographien über viele Um- und Irrwege mit. Er wird unsere Namen groß machen. Er bewahrt uns davor, dass wir im Nichts verwehen. Er sorgt dafür, dass die Spuren, in denen wir wandeln, zu Spuren der Liebe werden, die uns in die große Heimat und die vollkommene Freude führen.

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