Männer leben kürzer – Muss das sein?

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Männer leben kürzer – Muss das sein?

Warum stirbt eine gesellschaftliche Gruppe im Durchschnitt deutlich früher als eine andere?

Eine Informationskampagne der Stiftung Männergesundheit macht auf die unterschiedlichen Fakten aufmerksam und bietet Tipps für ein gesünderes Männerleben.

Die Lebenserwartung der 2015 geborenen Mädchen beträgt 83,06 Jahre, die der Jungen nur 78,18 Jahre.  Auf ein Jahr gerechnet würde das Leben von Frauen also in der Silvesternacht enden, das der Männer schon am 10. Dezember. Weihnachten wird ohne Männer gefeiert!

Rein biologisch lässt sich die kürzere durchschnittliche Lebenserwartung nicht erklären. Die Gründe müssen also im Leben der Betroffenen liegen. Daher die schnelle Antwort vieler: „Ihr Männer seid selbst schuld“. Diese Antwort stimmt und sie stimmt nicht. Ja, Männer achten weniger auf einen gesunden Lebensstil. Dies liegt nicht nur an der Lust zum Risiko. Sie wollen die an sie gestellten Aufgaben gut erledigen, sie wollen möglichst perfekt sein, sie wollen sich beweisen, sie wollen im besten Sinne gut sein. Was Männer dabei manchmal zu wenig beachten, ist ihre körperliche und psychische Verletzlichkeit (Vulnerabilität), die nicht geringer ist als bei Frauen. Männer gestehen sie sich selbst oft nicht zu. Und nicht nur das: Verletzlichkeit wird ihnen auch vom sozialen Umfeld wie von der Gesellschaft insgesamt weniger zugestanden.

Dies gilt insbesondere für psychische Verletzungen. Männer äußern ihre Nöte selten, beißen die Zähne zusammen. Ein Mann zeigt seine Schwächen nicht, so das gesellschaftliche Rollenverständnis. Dass sie Hilfe bekommen können, damit rechnen sie meist auch gar nicht.  Und wenn wir uns die Hilfsangebote anschauen, die sich speziell an Männer wenden, dann gibt es sie wirklich deutlich seltener.

Männer haben in allen Altersgruppen eine dreimal höhere Suizidrate als Frauen. Auch bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Bluthochdruck haben sie die Nase vorn. Ihre Herzinfarktrate ist höher, sie sterben häufiger durch Verkehrsunfälle oder Drogenkonsum als Frauen. Die Liste ließe sich noch fortführen. Ihre soziale Lage spielt dabei eine wichtige Rolle.

Die Kampagne zum „Tag der ungleichen Lebenserwartung“ macht auf diese Themen aufmerksam und weist darauf hin, dass unsere Gesellschaft mehr für die Männergesundheit tun muss.

Weitere Informationen auf http://www.tag-der-ungleichen-lebenserwartung.de/startseite.html

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