Als Kind, aufgewachsen in Mannheim, war ich meistens draußen. Denn dort waren all die anderen Kinder (von denen gab es damals noch viele!), zu Hause fand ich es eher langweilig. Dort draußen warteten so viele Abenteuer, und wir genossen die Freiheit, unbeaufsichtigt zu sein. Klar gab es manchmal auch gefährliche Situationen, und in Mannheim gab es nicht nur liebe Kinder! Kämpfen oder bestimmte Gegenden lieber meiden war die Devise.
Als Jugendlicher musste ich mit meinen Eltern aufs Land ziehen. Was für eine Umstellung! In dem Dorf war nichts los. Durch Ferienjobs konnte ich mir ein Mokick (so eine Art Mini-Motorrad für Personen ab 16) zusammensparen. Das erweiterte meinen Radius gewaltig. Einmal fuhr ich mit einem Kumpel bis an die Cote’d Azur! Zu Hause war ich nur so viel wie unbedingt nötig. „Man sieht dich kaum!“, beklagte sich einmal mein Vater.
Später, verheiratet und mit drei Kindern, wurde ich immer häuslicher. Ich wollte da sein für die Familie! Der „Personal Computer“, die E-Mail-Kommunikation und das Internet machten es möglich, weltweit „unterwegs“ und vernetzt zu sein, ohne das Haus verlassen zu müssen. Ich fand das großartig! „Ihr könnt jederzeit in mein Büro kommen“, sagte ich meinen Kindern, „aber klopft bitte vorher an.“
Die Kids sind schon lange aus dem Haus, und die Nachbarn haben ein Wohnmobil. Immer wieder brechen sie zu längeren oder kürzeren Touren auf, manchmal über Wochen. Da könnte man fast neidisch werden! Ich sitze im Büro und sehe den blauen Himmel draußen. Jetzt müsste man unterwegs sein, und das nicht nur virtuell!
Unterwegs waren auch einige unserer Autoren: Hans-Peter Rösch fuhr mit seinem selbst gebauten Wohnmobil durch die spanischen Wüsten (S. 7), Michael Kögler nimmt uns mit auf die Walz (S. 8-9). Doch auch unsere anderen Autoren laden zum Unterwegs-Sein ein, wenn auch im übertragenen Sinne. Und mobile Männer finden wir schon in der Bibel (S. 4-6).
Wann brechen Sie auf?
Emmerich Adam