Um Hilfe bitten?!

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Um Hilfe bitten?!

„Unlösbare Schwierigkeiten türmen sich vor mir auf. Meine Verfehlungen haben mich eingeholt, und die Folgen sind nicht mehr zu überblicken. Jeder Mut hat mich verlassen. HERR, ich bitte dich: Rette mich, komm mir schnell zu Hilfe!“ (Psalm 40,13f.)

Um Hilfe bitten? Nein danke!

Ich hasse es, um Hilfe bitten zu müssen. Am liebsten würde ich gerne mein Leben ganz allein auf die Reihe bekommen. Ich glaube, ganz besonders uns Männern fällt es schwer, zuzugeben, dass wir Hilfe brauchen.

Aber immer wieder stoße ich an meine Grenzen. Oft schaffe ich es nicht, eine Herausforderung in meinem Leben in seelischer Hinsicht zu meistern. Manchmal stoße ich an meine körperlichen Grenzen, oder es  gibt einen anderen Bereich, in dem ich auf Hilfe angewiesen bin.

Finanzielles Loch

Vor einiger Zeit gab es in meinem Leben eine Reihe von finanziellen Ausgaben, die mein Budget ziemlich knapp machten: Da war die Hochzeit eines Freundes, eine kaputte Waschmaschine, teure Bücher für mein Studium und der eine oder andere Kinobesuch, den ich einfach nicht lassen konnte. Als Student hatte ich ohnehin nie besonders große Rücklagen, aber in dieser Zeit waren sie beinahe aufgebraucht.

Schließlich brachte ich allen Mut auf, und ich bat meinen Vater um seine finanzielle Hilfe. Ich gab zu, dass meine schlechte finanzielle Lage auch eigenverschuldet war. Seine Reaktion überraschte mich sehr: Voller Verständnis versprach er mir, einen sehr viel höheren Betrag auf mein Konto zu überweisen, als ich es mir erhofft hatte. Das Geld bräuchte ich ihm nicht zurück zu zahlen, es sei ein Geschenk von ihm an mich, weil er mich lieb hätte!

Gott ist wie mein Vater

Wenn ich die beiden Verse aus Psalm 40 lese, muss ich an diese Begebenheit zurückdenken. Gott ist wie mein Vater, der mich in meinen Schwierigkeiten nicht hängen lässt. Der Verfasser des Psalms gibt sogar offen zu, dass die Probleme, die er hat, von seinen eigenen Fehlern ausgelöst wurden. Eindrücklich schreibt er: „… die Folgen sind nicht mehr zu überblicken“. Und doch traut er sich, Gott um Hilfe zu bitten. Weder der Stolz, die Probleme selbst bewältigen zu wollen, noch die Scham über die eigenen Fehler halten ihn davon ab. Das ist ein Vertrauen in Gottes Güte, das ich mir für mein eigenes Leben wünsche.

Lassen Sie uns dieses Vertrauen einüben, indem wir über unseren eigenen Schatten springen und Gott oder Menschen um Hilfe bitten, wenn wir sie brauchen – selbst wenn das Problem auf unserem eigenen Mist gewachsen ist. Gott hilft uns gerne aus der Patsche!

 

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Nathanael Bohtz
Nathanael Bohtz
4 Monate zuvor

Super Beitrag! Wow hast du ein Vorrecht, einen solchen Vater zu haben! Bei vielen von uns klafft an dieser Stelle eine Vaterwunde. Dann ist es doppelt nötig, um Hilfe zu bitten beim himmlischen Vater.