Spuren hinterlassen

© Andras Malmos / unsplash.com

Spuren hinterlassen

Ich leide unter einer unheilbaren Erbkrankheit, deren Sterblichkeitsrate bei 100 Prozent liegt. Da nicht bekannt ist, wie lange ich noch zu leben habe, vergesse oder verdränge ich es immer wieder. Aber, sollte ich vorher nicht entrückt werden, so werde ich definitiv eines Tages sterben. 

Ich habe gehört, dass diese Erbkrankheit weit verbreitet ist. Man nimmt an, dass nahezu alle Menschen davon betroffen sind, denn es sind bisher nur zwei Männer bekannt, die nicht gestorben sind. Sei also bitte nicht überrascht, falls es dich auch betreffen sollte. Es könnte in 70 Jahren so weit sein, oder aber schon in 70 Stunden. Wer weiß das schon?

Leben in den Kindern

Ich möchte gerne zwei Kinder hinterlassen, die ihre eigene Identität entdeckt haben und in dieser Leben. Ich wünsche mir, ein Stück weit in ihnen weiter leben zu dürfen. Nicht dadurch, dass ich sie zu Kopien meiner selbst gemacht hätte, sondern indem ich sie bis zum letzten Tag unterstützt habe, sie selbst zu sein. Und ich will versöhnt mit ihnen sein, wenn ich diese Welt bald verlassen werde. Ich wünsche mir, dass sie einerseits um mich trauern, weil sie ihren geliebten Vater vermissen, dass sie aber auch große Freude darüber empfinden, dass ich mein Ziel erreicht habe und nun bei meinem himmlischen Papa bin.

Mein Weg oder sein Weg?

Ich bin überzeugt davon, dass es „nie“ zu spät ist umzukehren, so lange du lebst. Egal, wie alt dein Kind sein mag, ist der Schritt noch möglich, deinen Sohn oder deine Tochter frei zu lassen: Erziehe ich mein Kind meinem Weg gemäß oder begleite ich es auf seinem Weg? Frag Gott, welchen Weg er dir für dein Kind zeigen möchte. In welche Geschichte lädst du dein Kind ein? Hat sie mit Freiheit und Leben in Fülle zu tun? – Wenn nicht, dann ist es (noch) nicht die Geschichte, in die Jesus uns einlädt.

Auch ohne Kinder

Vielleicht hast du keine Kinder und fühlst dich bei dem Thema fehl am Platz. Aber du kannst auch Spuren hinterlassen, wenn du keine eigenen Kinder hast. Kinder brauchen es, dass wir Zeit mit ihnen verbringen. Sie brauchen es, von uns ernst genommen zu werden. Sie brauchen es, dass wir ihnen gegenüber Fehler eingestehen und sie um Vergebung bitten. Sie brauchen väterliche Initiation. Sie brauchen das in erster Linie von ihrem Vater, aber auch von Männern im Allgemeinen. Vielleicht bist du in diesen Punkten als Opa gefragt, vielleicht als Pate, Trainer oder Jugendgruppenleiter, vielleicht einfach als Mann, dessen Freunde Kinder haben.

Buchtipp:

Wenn dich das Thema anspricht, so bekommst du das Buch von John Eldredge „Mach mich stark fürs Leben – Was nur Väter ihren Kindern geben können“ für 4,95 € im Buchhandel. Nicht nur wegen seines Inhaltes, sondern auch wegen seines geringen Umfangs von etwa 40 Seiten ist es sehr zu empfehlen 😉

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