Raser unterwegs

Bild von Sumanley xulx auf Pixabay

Raser unterwegs

Es war ein wirklich auferbauender Abend gewesen – zumindest für meinen Geschmack. Noch ganz beseelt davon fuhr ich nach Hause – innerlich beschwingt, äußerlich vielleicht einen kleinen Takt zu wenig zackig; vielleicht war ich noch etwas entrückt.

Unerwartet überholt

Man(n) hätte die Straße schneller befahren können und im Normalfall hätte ich das auch gekonnt. Aber die doch teilweise sehr unübersichtliche Straßenführung erlaubte natürlich auch meinen Fahrstil. Daher erschrak ich, als kurz vor einer unübersichtlichen Stelle ein Wagen mit hoher Geschwindigkeit hinter mir auftauchte. Trotz Gegenverkehr fuhr er sehr dicht auf, um im letzten Augenblick auszuscheren – und mich im unübersichtlichsten Teil der Strecke zu überholen!

Junger Raser

Ein Blick zum Überholer: Jung, leicht mit dem Körper wippend, dumpfe Musik dröhnte an mein Ohr. Klares Urteil: ein junger Raser. Und während ich noch versuchte, meinen Wagen wieder unter Kontrolle zu bekommen, noch ein kurzer Blick auf das Heck des Wagens, von welchem mir ein „Jesus liebt Dich“ entgegen blickte. Auch noch ein jugendlicher, christlicher Raser! Na ja, etwas besänftigt, dass mich ein „Bruder im Herrn“ überholt hatte und noch in Gedanken, dass vielleicht eher er Jesu Liebe bei diesem Fahrstil benötigt, lehnte ich mich doch entspannt in meinem Sitz zurück und konzentrierte mich wieder auf die Straße, die bei Dunkelheit und einsetzendem Regen nicht gerade leichter befahrbar wurde.

„Wutsch“ – an mir vorbei auf der Gegenfahrbahn sauste von hinten erneut ein Auto vorbei. Dieses Mal prangte mir ein „Komm doch zu Jesus“ entgegen, wobei ich mir dachte: „Wenn du weiterhin so saumäßig fährst, stehe ich Jesus schneller gegenüber als mir lieb ist!“

Geduld aufbringen

Gut, ich will nicht nachtragend sein, aber vielleicht doch ein kleiner Hinweis für die jüngeren Männer, nein, überhaupt für Männer mit einem anderen Fahrstil als der Mann, der vor dir im anderen Wagen sitzt: Geduld und Zurückhaltung sind Tugenden, die wir im Straßenverkehr ganz gut gebrauchen können. Geduld ist ja bekanntlich das, was wir vom Hintermann erwarten, aber für den Vordermann selbst nicht aufbringen. 

In diesem Sinne gute Fahrt!

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