Fehlgeburt – es betrifft auch die Väter

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Fehlgeburt – es betrifft auch die Väter

So sehr sich Paare über eine Schwangerschaft freuen, so schwer ist es, wenn sie eine Fehlgeburt verkraften müssen. Dass es für Frauen eine große Herausforderung ist, ist offensichtlich. Wie es den Männern dabei ergeht, wird häufig außer Acht gelassen. Dabei sind sie in der Regel doppelt belastet: Sie wollen ihrer Partnerin in ihrer Trauer beistehen und müssen zugleich mit ihrer eigenen Trauer zurechtkommen. 

Männliche Trauer

Häufig sind die Männer so intensiv mit der Trauer ihrer Partnerin beschäftigt, dass sie ihre eigene Trauer gar nicht wahrnehmen. Sie wollen stark sein und ihrer Partnerin eine Schulter zum Anlehnen bieten. Doch auch als Mann hat man sich schon auf die Veränderungen im Leben und den Familienzuwachs eingestellt. Man hat eventuell das Baby schon auf dem Ultraschall gesehen und sein Herz schlagen hören. Man hat vielleicht bereits das ein oder andere Möbelstück für das Kinderzimmer besorgt oder selbst gebaut. Plötzlich muss man sich komplett umstellen.

Es gibt praktisch keine Forschungsergebnisse darüber, wie Männer Fehlgeburten verarbeiten. In der Regel sprechen sie nicht darüber. David Diamond, Psychologe und außerordentlicher Professor an der California School of Professional Psychology, der oft mit Menschen zu tun hat, die mit Fehlgeburten oder Unfruchtbarkeit zu kämpfen haben, sagte der „HuffPost”: „Männer drücken ihre emotionalen Reaktionen häufig anders aus als Frauen. Wenn ein Mann also trauert, muss er nicht zwangsläufig weinen, oder sich auf eine Weise verhalten, die ihre Frauen oder Therapeuten möglicherweise erwarten. Sie wollen Maßnahmen ergreifen. Oder vermeiden. Sie werden manchmal zu Workaholics, um damit umzugehen, oder zu Alkoholikern. Männer zeigen ihre Reaktionen wie Trauer oder Verlust nicht immer und manchmal bringen die Menschen in ihrer Umgebung – und sie selbst – es nicht mit der wahren Ursache in Verbindung, wenn es eine Fehlgeburt ist.”

Offen miteinander reden

Oftmals haben Männer nach einer Fehlgeburt mit Gefühlen von Schuld zu kämpfen. Sie denken, es stehe ihnen nicht zu, ihre Trauer zuzulassen, da ja ihre Partnerin das Baby verloren hat. Folglich suchen sie häufig nicht nach Hilfe. Es ist wichtig, dass sich Männer ihrer Partnerin gegenüber öffnen und den Verlust gemeinsam verarbeiten. Das kann die Partnerschaft sogar stärken. Es ist auch hilfreich, wenn sie sich guten Freunden mitteilen und nicht versuchen, alleine mit der Situation zurechtzukommen. 

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