Familien stärken

© Michal Jarmoluk / pixabay.com

Familien stärken

Welch eine verrückte Zeit! Was bis vor kurzem gesellschaftlich nicht gewollt war, ist jetzt aufgezwungen: „Die eigenen Kinder zu Hause betreuen!“ Was noch vor einem Monat ein Strafbestand war, ist jetzt Pflicht: „Eltern müssen von jetzt auf gleich im Homeschooling ihre Kinder selber unterrichten!“ 

Neuen Rhythmus finden

Viele Eltern mussten bisher keinen Tagesrhythmus definieren, der wurde von Arbeit, Schule und Hort bestimmt. Viele Eltern mussten unter der Woche nicht kochen. Essen gab es am Arbeitsplatz, in der Kantine und in der Kita. Viele Eltern haben noch nie in diesem Umfang Freizeit gestalten müssen, denn da gab es Schwimmbad, Pfadfinder, Sportkurs und Musikschule. Und dazu noch 30 Stunden Homeoffice. Für manche Eltern muss es sich aktuell so anfühlen, als ob sie im Rollstuhl saßen und dann aufgefordert werden, einen Marathon zu laufen. Wie sollen sie das schaffen? Da ist doch gar kein Training da! Da sind Überforderung und Verzweiflung, bis hin zu häuslicher Gewalt vorprogrammiert. COVID-19 hat das Leben vieler Familien auf den Kopf gestellt! 

Was die Corona-Zeit in Familien Positives bewirken kann

Die folgenden Punkte haben wir 2015 als Ziele des Familien-Mutmach-Tag-Projektes definiert. Beim näheren Betrachten wurde mir klar, welche Chancen die Corona-Zeit in sich birgt, wenn Familien darin ermutigt, begleitet und unterstützt werden: 

Perspektivänderung anregen. Die Familien werden einen neuen Blick auf sich selbst und ihre bisherigen Denkweisen bekommen. 

Anstoßen von Kommunikationsprozessen. Veränderung in Familien passiert dadurch, dass sie miteinander kommunizieren und sich insbesondere über Dinge austauschen, über die sie üblicherweise nicht reden. Die gewohnte Alltagskommunikation im Sinne von „Wann musst du wo sein?“ hat sich komplett verwandelt. Was für eine Chance! 

Jede Familie bringt wichtige Ressourcen mit. Diese werden zwangsläufig aktiviert werden. Die Familien werden Ressourcen entdecken, derer sie sich nicht bewusst waren und auf die sie in ihrem Alltag bisher nicht zugreifen mussten. Sie werden entdecken, dass sie als Familie einzigartig sind. 

Die Identität als Familie stärken. Die Identifikation mit der eigenen Familie wird aktuell massiv in den Mittelpunkt des Alltags gerückt. Zuerst ist es für viele vielleicht ungewohnt, aber dann wird es das Gefühl einer
stimmigen Verbundenheit fördern: „Es ist gut, dass wir Familie sind!“ 

Die geistliche Verbundenheit erneuern. Viele christliche Familien nutzen die Zeit, um morgens mit einem gemeinsamen, geistlichen Impuls zu starten. Sie fangen an gemeinsam zu beten, füreinander, für Verwandte, für Nachbarn, für Kranke. Familienandachten werden ein Thema. „Wie macht man das?“-CDs oder Kanäle mit guter christlicher Kindermusik laufen heiß. Auch gemeinsame, ermutigende Aktionen für andere sind beliebt: Bilder malen für das Seniorenheim, Geschenke basteln und an die Nachbarn verteilen, mit Greifzangen draußen Müll aufsammeln. 

Hier findet man eine Liste mit Tipps für Familien in Corona-Zeiten!

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