Das Herz eines Mannes

© Sasin Tipchai / pixabay.com

Das Herz eines Mannes

„Männer haben’s schwer, nehmen’s leicht, werden als Kind schon auf Mann geeicht, wann ist ein Mann ein Mann?“, sang einst Herbert Grönemeyer. Was macht uns denn aus als Mann? Was ist denn drin im Herzen eines Mannes? Fragen, die sich auf unserer männlichen Reise durchaus stellen können. Wenn wir ihnen denn Raum geben.

In uns Männern lebt mehr als wir es uns oft eingestehen und (Ja!) auch zugestehen. John Eldredge nennt in seinem mittlerweile schon beinahe legendären Männerbuch „Der ungezähmte Mann“ drei Bedürfnisse, die tief im Herzen eines jeden Mannes schlummern:

Erstens die Sehnsucht, Abenteuer zu erleben. Zweitens den Drang, sich für etwas einzusetzen, das größer ist als ich (eine Schlacht schlagen). Und drittens den Wunsch, eine Prinzessin zu erobern. Welche Bewandtnis hat es denn damit?

Erstens: die Sehnsucht, Abenteuer zu erleben

Adam wurde einst außerhalb des Gartens geschaffen, in der Wildnis. Dieses ungezähmte, unverbrauchte, sich nach Weite und Raum ausstreckende Wesen ist noch immer da in unseren männlichen Herzen. Wir sehen es schon bei den Jungs: Je dreckiger, desto besser – sofern unsere Kinder überhaupt noch dreckig werden dürfen …! Man kann schon von einem beinahe spirituellen Verlangen sprechen, das der Mann nach Abenteuern hat. Danach, etwas zu erleben, das ihn testet, ihm alles abverlangt. Etwas, das ihm zeigt: du bist ein Mann. Das kann ganz verschieden aussehen: Man kann Abenteuer in der Natur erleben; oder das Abenteuer, sich für andere einzusetzen; Ideen, die in mir schlummern, zum Leben erwecken; ein Haus bauen; ein Buch schreiben; eine Reise unternehmen. Es gibt viele Wege, diese Sehnsucht zu stillen.

Zweitens: der Drang, für etwas Größeres zu kämpfen

Wofür sollen Männer denn heute, bitteschön, noch kämpfen können? Wir leben in einer vernetzten, durchorganisierten, nummerncodierten und qualitätszertifizierten Wirklichkeit. Wo sind denn da noch Kämpfe? Nun …, hat dir auch schon jemand den Parkplatz vor der Nase weggeschnappt? Bist du auch schon übergangen worden, als es um die Vergabe eines interessanten Jobs ging? Verlierst du gern? Da ist es (!) – das kämpferische Herz, das wir teilweise begraben haben unter unserer nach außen so sorgsam aufgebauten Fassade aus Fleiß, Beflissenheit und Anständigkeit. Wir sind in vielem so nett geworden, haben uns angepasst und verstecken uns gerne hinter diesen doch anscheinend so wichtigen Feigenblättern – genannt „Schweigen“. Dabei braucht es unseren Beitrag, Männer! Es braucht Entscheidungen, die wir treffen, Meinungen, die wir vertreten und Werte, für die wir einstehen.

Drittens: der Wunsch, eine Prinzessin zu erobern

Männer wissen darum, dass es eine Prinzessin gibt, die es zu erobern gilt. Viele Männer denken aber, sie hätten das doch schon längst geschafft und sich und ihrer Geliebten damit Genüge getan. Aber da ist mehr – und da braucht es mehr – von unserem männlichen Herzen, von unserer Stärke, die wir anzubieten haben und nach der sich Frauen sehnen. Damit rede ich nicht dem Macho das Wort, sondern unserer Ritterlichkeit: der Tugend, sich wahrhaft und aufrichtig um das Herz unserer Frauen zu kümmern, indem wir ihnen immer wieder zu verstehen geben, dass sie wirklich Prinzessinnen sind und es mehr gibt als Berge von Wäsche, frisch gebügelten Hemden und Pflichterfüllungen.

Es gilt, unser Herz wieder zu entdecken. In Lukas 19,10 spricht Jesus aus, wozu er gekommen ist: zu suchen und zu retten, was verloren ist! Was ist deinem männlichen Herzen abhanden gekommen? Machst du dich auf die Suche?

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