Vorsorge als Mann? Zum Arzt gehe ich eigentlich nie.

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Vorsorge als Mann? Zum Arzt gehe ich eigentlich nie.

Folgender Extremfall zeigt bildhaft genug das Widerstreben von uns Männern, Vorsorge zu leisten und selbst  mit dem Kopf unter dem Arm den Arzt aufzusuchen!

„Und hier ragte dann der Knochen senkrecht raus!” – Vor kurzem zeigte mir ein Freund ganz stolz eine Narbe an seiner Hand, Überbleibsel eines offenen Bruchs durch einen Hockeyunfall. Nicht weniger drastisch die Behandlungsgeschichte: Etwas Klebeband und ein paar Holzstäbe bildeten eine provisorische Schiene. „Zum Arzt gehe ich eigentlich nie“, gab mein Freund auf meine Nachfrage zu.

Mein hockeybegeisterter Freund ist keineswegs das einzige Beispiel – diese Einzelkämpfermentalität ist unter Männern weit verbreitet. Der Arztbesuch wird von vielen bestenfalls als ein Eingeständnis von Schwäche verstanden. Bei solch einer Einstellung ist es kaum verwunderlich, dass nur etwa 16% der Männer die gegebenen Angebote zu Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen. Dabei sind die nicht nur äußerst sinnvoll, sondern auch keineswegs unmännlich.

Achtsamkeit gegenüber seinem Körper

Sogar Gott erwartet von uns, auf unsere Körper zu achten: „Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid teuer erkauft; darum preist Gott mit eurem Leibe.“ (1 Kor 6,19-20) Im biblischen Kontext geht es hier zwar zunächst darum, außereheliche sexuelle Beziehungen („Hurerei“) zu meiden, aber auch der gesundheitliche Raubbau am eigenen Körper dürfte nicht in Gottes Sinne sein. Um den Körper gesund zu halten, sollte man ihn daher auch Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen unterziehen. Die beiden sind dabei keineswegs identisch: Unter Früherkennung versteht man eine Untersuchung zum Feststellen von Krankheiten, die zu Beginn keine erkennbaren Symptome aufweisen. Als sinnvoll sind hierbei solche Untersuchungen anerkannt, die die gesetzliche Krankenversicherung finanziert. Vorsorge hingegen beugt dem Ausbruch bestimmter Krankheiten vor. In diese Kategorie fallen vor allem Impfungen.

Welche Angebote der Vorsorge gibt es für Männer?

Zuerst einmal haben gesetzlich versicherte Männer (und Frauen) ab 35 alle zwei Jahre Anspruch auf den so genannten Check-up 35, der vom Hausarzt durchgeführt werden kann. Bei diesem handelt es sich um einen Rundum-Gesundheitscheck, der vor allem der Früherkennung von Herz-Kreislauferkrankungen (nach wie vor häufigste Todesursache der Deutschen) sowie Nieren- und Stoffwechselerkrankungen (inklusive Diabetes) dient. Weiterhin beinhaltet er ein persönliches Gespräch mit dem Arzt, um die Testergebnisse auszuwerten und sich über Risiken für die eigene Gesundheit klar zu werden. Damit deckt er schon mit vergleichsweise geringem Zeitaufwand das Spektrum vieler häufiger Erkrankungen deutscher Männer ab. Also Männer, Hingehen lohnt sich!

Der Check-Up 35 bleibt aber, obwohl die umfassendste, nicht die einzige Früherkennungsuntersuchung, auf die gesetzlich versicherte Männer einen Anspruch haben. Alle weiteren listet unsere Tabelle auf.

Im Bereich der Vorsorge trägt die gesetzliche Krankenversicherung eine Reihe von Schutzimpfungen. Für Erwachsene sind alle zehn Jahre die gegen Diphtherie und Tetanus empfohlen und gedeckt, für noch nicht Geimpfte wird auch die gegen Masern bereitgestellt. Männer (und Frauen) ab 60 können sich zusätzlich gegen Grippeviren und Pneumokokken impfen lassen. Letztere sind Bakterien, die unter anderem Lungen- und Hirnhautentzündungen verursachen können.

Zugegeben, bei oben genanntem Hockeyspieler ging zwar ein Extremfall tatsächlich mal glimpflich aus, der Arztbesuch wäre allerdings eine sehr vernünftige Entscheidung gewesen: Der Heilungsverlauf wäre vermutlich beschleunigt und spätere Komplikationen eher vermieden worden. Und Gott ist durchaus auf unserer Seite, wenn wir dem von ihm geschenkten Körper die nötige Aufmerksamkeit und Achtsamkeit schenken.

Vorsorgeuntersuchungen im Überblick

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