Tipps zum Allradfahren – und für das ganz normale Leben

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Tipps zum Allradfahren – und für das ganz normale Leben

Das men@work adventure team hatte zu einer Geländewagenausfahrt eingeladen. Wir hatten das schon lange geplant. Endlich war ein Gelände gefunden, der Termin fixiert, und das Wetter schien auch noch zu passen. Sechs Fahrzeuge und 15 Teilnehmer waren dabei. Wir hatten ein Biwak auf dem Gelände im Elsass geplant, und ein Impuls am Lagerfeuer sollte sozusagen der geistliche Teil sein. Das war er auch, aber bei weitem nicht der einzige. Gott hat uns allen an diesem Wochenende auf ganz praktische Weise so vieles gezeigt – sodass es auch wir Männer verstehen 😉

Den Schritt wagen 

Wir hatten groß eingeladen. Aber längst nicht alle Geländewagenfahrer, die wir eingeladen hatten, sind der Einladung gefolgt. Einige trauten es dem Auto oder sich nicht zu. Manche hatten noch nie daran gedacht, überhaupt jemals die Straße zu verlassen. Ich habe mich gefragt: „Warum fahren sie dann eigentlich einen Geländewagen?“ So ist es im Leben von vielen. Gott hat uns unendlich viele Möglichkeiten gegeben, und mit IHM können wir Dinge tun, von denen wir noch nicht einmal geträumt haben. Es braucht aber die Entscheidung, das zu glauben und den Mut, diese Dinge zu tun. Eine zutiefst männliche (oder besser göttliche) Eigenschaft, oder? Jesus hat gesagt: „Wer an mich glaubt, wird die Dinge, die ich tue, auch tun; ja er wird sogar noch größere Dinge tun.“ (Joh 14,12) 

Gepäck muss raus

Unsere kleine Einführung ins Geländefahren hatte plötzlich und unerwartet nicht nur mit meinem Auto, sondern auch etwas mit meinem Leben zu tun. Das Gepäck muss raus. Es ist nicht nur unnötiger Ballast im Gelände, sondern kann sogar gefährlich werden; es kann wie ein Geschoss durch den Fahrgastraum fliegen. Das leuchtet jedem ein, und wir haben deshalb zuerst alles abgeladen. Die Parallele zum „richtigen“ Leben ist offensichtlich: Gepäckstücke aus unserer Lebensgeschichte trägt jeder mit sich herum. Sie belasten uns, ziehen uns zurück, halten uns unten, hindern am Vorwärtskommen und werden manchmal sogar gefährlich für uns. Was uns aus der Vergangenheit belasten kann, sind Sünde, Schuld, Unversöhnlichkeit, Zorn, Hass etc. Auf jeden Fall kommen wir damit nicht wirklich gut durch die schwierigen Passagen im Leben. Also abladen – aber wo? Jesus sagt: „Kommt zu mir, ihr alle, die ihr euch plagt und von eurer Last fast erdrückt werdet; ich werde sie euch abnehmen.“ (Mt 11,28) 

Lenkrad fest im Griff

Im Gelände gilt: Das Lenkrad muss man immer fest im Griff behalten. Ich hatte das einen Bruchteil einer Sekunde nicht beachtet, da passierte es. Eine Bodenwelle an einem steilen Abhang drehte mir plötzlich die Räder nach links. Das Auto drohte umzufallen und hatte das linke Hinterrad schon einen halben Meter angehoben. Ich nahm beherzt, aber mit wenig Hoffnung das Lenkrad in die Hand und lenkte in die Falllinie ein. Eigentlich sah ich mich schon im Gebüsch liegen. Aber es hat gerumpelt und alle vier Räder waren wieder am Boden. Adrenalin pur! Wir sollten jeden Tag unsere Ziele im Blick haben und mit einer festen Hand am Lenkrad angehen. Wenn Umstände uns das Lenkrad aus der Hand reißen, gilt es wieder neu anzupacken und in die richtige Richtung zu drehen. Jesus sagt: „Ich bin der Weg, die Wahrheit, und das Leben. Zum Vater kommt man nur durch mich.“ (Joh 14,6)

Immer im passenden Gang 

Steigungen und Gefälle sind immer im passenden Gang zu befahren. Man sollte stets in der Falllinie fahren. Das ist die gedachte Linie, die ein Ball den Berg hinunterrollen würde. Man darf niemals quer zum Hang fahren. Sonst droht ein Überschlag. Manche Hügel im Gelände schienen für uns und die Fahrzeuge unüberwindlich. Einige Teams haben sich nicht getraut, es überhaupt erst zu versuchen, bis der Erste dann den Mut gefasst hatte – und es klappte! Langsam wurden wir alle mutiger und haben es auch probiert.

Es ist ein geniales Erlebnis, etwas getan zu haben, von dem man dachte, man würde es nie schaffen. Auch im Leben kommen Berge und Hindernisse, von denen wir erst denken, dass wir sie nie überwinden können. Es braucht Mut, es einfach zu versuchen. Und manchmal braucht es auch gute Vorbilder, die uns zeigen, wie es geht. Vielleicht sind wir Christen diese Vorbilder? Es lohnt sich darüber mal nachzudenken. Es ist wieder Jesus, der sagt: „Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nichts mehr taugt, womit soll man salzen? … Ihr seid das Licht der Welt … So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ (Mt 5,13ff)

Mit mehr Schwung

An einem dieser steilen Hügel sind wir bis an die Kuppe gekommen. Nebenbei erwähnt sei, dass man dabei gar nichts außer dem Himmel sieht. Doch dann ist es passiert. Auf dem losen Untergrund fingen die Räder an durchzudrehen. Wir kamen nicht über die Kuppe. Das ist eine sehr unangenehme und auch gefährliche Situation. Man muss nämlich rückwärts wieder hinunter und gleichzeitig darauf achten, dass man nicht quer zum Hang kommt, sonst ist der Überschlag vorprogrammiert. Mit einem neuen Anlauf und mehr Schwung hat es dann geklappt.

In meinem Leben gab es schon einige Situationen, an denen ich hängen geblieben bin. Entscheidend ist es dann, nicht in Panik zu geraten. Der geordnete Rückzug und ein neuer Versuch mit mehr Schwung oder einer anderen Fahrlinie hilft, das Hindernis zu überwinden. Natürlich gibt es auch Berge, die man klugerweise umfährt, um das Ziel zu erreichen. „Jedes Tal soll aufgefüllt und jeder Berg und jeder Hügel abgetragen werden. Krumme Wege müssen begradigt und holprige eben gemacht werden.“ (Lk 3,5)

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