Selbstbestimmung?

Selbstbestimmung?

Wer oder was bestimmt unser Leben? Wer oder was bestimmt mein Leben – Ihr Leben – ganz persönlich? „Natürlich ich!“, platzt es aus dem selbstbewussten Mann heraus. „Ich lasse mir nichts sagen!“ Stimmt das wirklich? Und ist das überhaupt das ideale Lebensmodell?

Das postmoderne Ideal

Selbstbestimmung bzw. das selbstbestimmte Leben gehört zu den Idealen des postmodernen Menschen. Inzwischen kann man ja sogar sein Geschlecht selbst bestimmen – und zur Wahl stehen dabei weit mehr Optionen als nur „Mann“ und „Frau“! Zugleich gab es noch so viele Gesetze, und jährlich kommen hunderte neue hinzu, die uns bis ins Detail vorschreiben, was wir zu tun und zu lassen haben. 

Lieber nichts sagen?

Ein weiteres Diktat ist hinzugekommen: das Diktat der (angeblich) öffentlichen Meinung, verbreitet durch offizielle (öffentlich-rechtliche) und inoffizielle Medien (Social Media). Noch kann zwar jeder unkontrolliert denken, was er will – aber ungestraft sagen schon lange nicht mehr. Denn man tappt nur allzu leicht ins Fettnäpfchen der „political correctness“ oder diskriminiert ungewollt eine der unzähligen Minderheiten. Und nicht vergessen, richtig zu gendern, sobald man nicht nur Männer meint! Viele ziehen daher den Schluss: „Lieber nichts sagen, dann kann ich nichts falsch machen und bleibe vor einem Shitstorm bewahrt!“

Bin ich jetzt doch altmodisch geworden, was ich eigentlich nie sein wollte – da ich unsere Zeiten ziemlich verrückt finde?

Unnötige Feindschaften

Corona hat sein Übriges dazu getan, dass wir sehr aufpassen müssen, was wir öffentlich äußern. Schnell wird man zum Gegner abgestempelt – egal, ob man nun für oder gegen bestimmte Maßnahmen, Impfungen etc. ist; es werden sich immer genug Leute finden, die einen zum „Feind“ erklären. Obwohl wir bei Adam online darauf achten, nicht unnötig zu polarisieren, erhielten wir seit Corona neben vielen positiven Leserbriefen auch einige unschöne, mitunter beleidigende Rückmeldungen. Einer von ihnen hat nicht einmal den Mumm, seinen Namen zu nennen; er schickt mir ab und zu recht schräge Briefe mit der Post ohne Absender, die ich inzwischen ungeöffnet wegwerfe.

Einige der Fremdbestimmungen wollen wir uns in dieser Ausgabe näher anschauen. Sie waren schon vor Corona da und werden uns noch weiterhin herausfordern. Unsere Antwort darauf ist nicht die postmoderne Selbstbestimmung (wenn es die überhaupt gibt), sondern ein Leben „online mit Gott“.

Eine gewinnbringende Lektüre wünscht Ihnen

Emmerich Adam

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