Praxistipps für Wagemutige

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Praxistipps für Wagemutige

„Suche nicht nur den sicheren Hafen. Baue ein Schiff, das den Wellen trotzt.“ (Surya Kas)

Auch wenn wir Männer nachweisbar ein unterschiedliches Bedürfnis nach Veränderung in unserem Leben haben, brauchen wir eine ausreichende Dosis des Glückshormons Dopamin. Es ist mit dafür verantwortlich, dass wir uns wohlfühlen, gelassen sind oder unser Immunsystem aktiviert wird. Das Interessante daran: Es wird in unserem Körper ausgeschüttet, wenn wir positive und interessante Erfahrungen machen, unerwartet Gutes erleben oder uns auf neue Dinge einlassen. Nichts ist schlimmer für die Dopaminproduktion als Routine und Langeweile. Wird nicht genug Dopamin freigesetzt, werden wir antriebsloser und ängstlicher. 

Warum es sich lohnt, Neues zu wagen

Die Schöpfungsgeschichte sprüht nur so von Gottes überschäumender Kreativität und der Lust auf Neues an jedem weiteren Tag. Da ist Veränderung nichts Bedrohliches, sondern ein fröhliches und inspirierendes Ereignis. Auch die Botschaft des Neuen Testaments ist voller Wagnisse und Neuanfänge. Wer es wagt, schwach zu werden, wird stark gemacht (2 Kor 12,9). Oder wer sein Leben gewinnen will, muss erst einmal wagen, es zu verlieren (Mk 8,35). Ich liebe die Aussage in der Bibel, dass wir mit unserem Gott Mauern überspringen (Ps 18,30). Was für ein geniales Bild! Ich muss zwar springen, aber ich bin dabei nicht allein.

Was mich zu Neuanfängen motiviert, ist die Tatsache, dass wir jederzeit damit beginnen können. Solange wir atmen, können wir etwas verändern. Es ist nie zu spät, etwas Neues zu wagen. Jeder neue Tag birgt die Möglichkeit in sich, mit etwas Neuem anzufangen. Letztendlich sind wir nur eine Entscheidung von einem neuen Wagnis entfernt.

Was kann uns praktisch dabei helfen?

Den Neugier- und Träume-Motor nutzen

Neugier ist das Streben nach Neuem und Unbekanntem, nach neuen Menschen, Welten und Erkenntnissen. Neugier treibt Forscher und Entdecker an, kann aber auch im Kleinen beginnen, wie zum Beispiel bei folgenden Gelegenheiten:

* Probieren Sie eine Speise, die Sie noch nie zuvor gegessen haben, oder wählen Sie ein Restaurant, das Sie noch nicht kennen. 

* Entdecken Sie einen Ort oder Stadtteil in Ihrem Umfeld, an dem Sie noch nie waren.

* Bestellen Sie eine Zeitschrift ab, und wählen Sie sich eine komplett neue aus.

* Besuchen Sie eine Veranstaltungsart, die Sie noch nie besucht haben, zum Beispiel eine Vernissage, Lesung, Zirkusvorstellung, ein Autorennen, …

* Gestalten Sie Ihren gewohnten Tagesablauf einmal anders. Nehmen Sie einen anderen Weg zur Arbeit, setzen Sie sich beim Essen auf einen anderen Stuhl, wählen Sie ein anderes Fortbewegungsmittel.

Träume leben

Darüber hinaus sollten wir auch unseren Träumen ausreichend Raum geben und sie auf keinen Fall zu lange unterdrücken. Paolo Coelho schreibt in seinem Buch „Auf dem Jakobsweg“: „Wenn wir auf unsere Träume verzichten, dann haben wir für eine kurze Zeitspanne Frieden. Aber die abgestorbenen Träume verfaulen in uns und infizieren die Umgebung, in der wir leben.“ Gott hat uns waghalsige Träume gegeben, damit wir sie ausprobieren, nicht, um sie dauerhaft beiseite zu schieben. 

Was wollten Sie schon immer einmal tun? Was lässt Ihr Herz höher schlagen? Den Kilimandscharo besteigen, sich alleine in einem fremden Land durchschlagen, endlich von den Eltern ausziehen, den Sprung in den neuen Job oder die lang ersehnte Selbstständigkeit machen? Tun Sie es, und warten Sie nicht zu lange damit!

Häufig nutzen wir die Unruhe in uns nicht, um mehr als fällige Entscheidungen zu treffen, sondern versuchen die Unruhe noch zu betäuben oder zu bekämpfen.

Versagen ist erlaubt

Natürlich macht es keinen Spaß, wenn etwas Neues misslingt. Aber wir müssen uns bei neuen Dingen auch nicht künstlich unter Druck setzen. Versagen ist erlaubt, das Ausprobieren zählt. Haben Sie keine Angst, beim ersten Mal etwas falsch zu machen, und machen Sie sich klar, dass im schlimmsten Fall nicht viel passieren kann. Wenn Sie vor einer wichtigen Entscheidung stehen, dann fragen Sie sich, wie das „Worst-Case-Szenario“ aussehen würde. Wenn eine Tür zugeht, öffnet sich meistens eine andere. Versteifen Sie sich nicht auf eine Möglichkeit, und bleiben Sie flexibel. Es lohnt sich auf alle Fälle, ein waghalsigeres Leben zu führen. 

Fangen Sie an, mit Gott über Ihre Mauern zu springen!

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Mario Christ
Gast
Mario Christ

Danke Christian für diesen ermutigenden, inspirierenden Text, der mir aus dem Herzen spricht.
„Wer nichts verändern will, wird auch das verlieren, was er bewahren möchte.“
Gustav Heinemann