Der Krieg in meinem Herzen

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Der Krieg in meinem Herzen

Ich seh‘ auf zum Himmel …

Es tobt ein Krieg in meinem Herzen – niemand weiß davon,
bin allein in meinem Kampf – wen int’ressiert das schon.
Zu viele Schlachten geschlagen, zu oft die Waffe gezogen,
statt der segnenden Hand das Schwert erhoben.

Leid, das ich sehe, lässt mich kalt,
und der Schrei meines Nächsten verhallt.
Müder Blick aus leeren Augen, ein erkaltetes Herz,
eingeschlossen in mir: mein Schmerz.

Ich seh‘ auf zum Himmel und schrei‘ stumm zu Gott,
doch ich hör‘ keine Antwort von diesem fernen Ort.
Und ich frag‘ mich: „Was ist der Weg? Wie weit ist ́s zum Himmel?
Lehre mich den Weg!“

Verstrickt in ein großes Kartenhaus aus Lügen
versuche ich, meine Seele zu betrügen,
mich aus Flucht vor der Stille durch die Woche zu schlagen,
der Alltag nüchtern nicht zu ertragen.

Manchmal seh‘ ich die Konflikte, doch dann lauf‘ ich davon,
nicht zu Gott, ich kenn‘ ihn nicht, dafür lieber Marathon.
Häuser, Unternehmen und Vermögen verwalten
anstatt die Ruhe zu suchen und inne zu halten.

Ich seh‘ auf zum Himmel und schrei‘ stumm zu Gott …

Wochenenden werden durchgehetzt,
im Streit mit Bruder und Schwester festgesetzt
ist mein Leben ein Gefängnis auch ohne Gitter
geschmacklos, keine Salzkraft, bitter.

Ich habe Fehler gemacht, und es gibt kein Zurück,
und so zerbröckelt mein Ich Stück für Stück,
wie ein gejagtes Tier durch das Leben getrieben,
im schmerzenden Herz eine Sehnsucht: endlich Frieden.

Ich seh‘ auf zum Himmel und schrei‘ stumm zu Gott …

Und so sitz‘ ich da und hab‘ mich aufgegeben,
keine Hoffnung, kein Feuer, ein siechendes Leben.
Von einst guten Freunden fallen gelassen,
beginne ich, sie, mich und Gott zu hassen.

Wie betäubt sind meine Sinne, wie betäubt vom Schmerz,
ausgepumpt und hart ist mein Herz.
Da dringt aus dem Nebel um mich herum
eine Stimme an mein Ohr: „Kehr um!“

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