Der Becher des Elia

© Morgennebel / flickr.com

Der Becher des Elia

Ein Schrei des Elia

Ich sah die Flammen um sich schlagen,
sah Städte brennen, roch Benzin.
Ich sah die Rache explodieren,
dich aber sah ich nicht darin.

Ich hab den Gegenwind erfahren,
er warf mich mehr als einmal um,
drum bin ich durch den Sturm gekrochen,
auf Knien zu deinem Königtum.

Mich hat so vieles schon erschüttert,
wie oft hat meine Welt gebebt
und meine Hoffnungen zerschmettert,
doch dich hab anders ich erlebt.

Ich hab‘ geliebt, gekämpft, gestritten.
Ich hab‘ gesiegt und doch verlorn.
Ich fühlte mich, als ob sich Dornen
in Hirn und Herz und Hände bohr’n.

Ich wankte durch Verzweiflungswüsten,
erfasst von tiefster Einsamkeit,
brach Brot mit Engeln oder Raben.
Mir war’s egal zu jener Zeit.

Herr, still mein Herz, dass ich die Stimme,
die leise, hör‘, die ruft nach mir,
dort, wo ich schluchze, zu mir flüstert:
„Hab keine Angst, ich bin bei dir!“

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